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Scheune stand Pate für die Kirche

 
 
 
St. Bonifatius Kirche
 
 
 

„Eine Notscheune war das Vorbild“, „Scheune stand Pate für die Kirche“ so lauteten Überschriften in der örtlichen Presse anlässlich der Herausgabe des von Pastor Rutten (1929-2010) erstellten Kirchenführers im Jahr 2000. Weiter schrieb die Presse: „Wissen die Krefelder eigentlich, dass in Stahldorf der schönste moderne Kirchenbau der ganzen Stadt steht?“.

Verdanken dürfen wir diese bemerkenswerte Aussage dem Architekten unserer Kirche, Emil Steffann (1899-1968). Anmut und Schlichtheit prägen die Arbeiten dieses Architekten. Das Vorbild für unsere Kirche war eine Scheune, die Emil Steffann im Rahmen der Wiederaufbauplanungen im besetzten Lothringen geschaffen hatte. Dort wurde eine als Gemeinschaftsscheune getarnte Notkirche errichtet. Diese Notkirche begründete nach dem zweiten Weltkrieg Steffanns internationalen Ruf.

Ein kurzer Rückblick

Nachdem durch die wachsende Bevölkerungszahl in Stahldorf die 1912 und 1916 eingeweihte Notkirche nur als Provisorium galt, wurde in den Nachkriegsjahren der Bau einer größeren Kirche konkret geplant. Durch Förderung der Deutschen Edelstahlwerke (DEW) – später Thyssen Edelstahl (TEW) – vor allem mittels Grundstücksschenkung und handwerkliche Leistungen aus der Lehrwerkstatt, konnte Pfarrer Wilhelm Mertens im Februar 1958 den ersten Spatenstich zum Bau der Kirche ausführen.

Am Sonntag, dem 23. März 1958 war die feierliche Grundsteinlegung, die der damalige Stadtdechant Hemsing im Auftrag des Bischofs Dr. Pohlschneider vollzog. In einem feierlichen Gottesdienst in der Notkirche und anschließender Feier auf dem Baugrundstück wurde mit der ganzen Gemeinde dieses Fest gefeiert. Zahlreiche Ehrengäste nahmen an der Feier teil, neben Stadtdechant Hemsing, Pfarrer Kranz von der ehemaligen Mutterpfarre St. Clemens, die Geistlichkeit der Nachbargemeinden, Direktor Boine von den DEW sowie Beigeordneter Wronka von der Stadt Krefeld.

Am Wochenende 20./21. Juni 1959 – also genau vor 50 Jahren – fand die Weihe der neuen Kirche durch den Diözesanbischof Dr. Johannes Pohlschneider statt. Am Samstagnachmittag (20. Juni) erfolgte die Weihe der Außenmauern, die Besitzergreifung der Kirche sowie die Weihe des Kircheninnern. Am folgenden Sonntag (21. Juni) versammelte sich die Gemeinde nochmals in der Notkirche. Dann wurden in einer feierlichen Prozession die Reliquien in das neue Gotteshaus übertragen. Es folgte die Weihe des Reliquiengrabes, die Weihe des Altares sowie die erste Messfeier in der neu geweihten Kirche.

Der Innenraum der Kirche war zunächst schlicht und einfach gehalten. „Kann Armut nicht schön sein?“, soll Architekt Steffann zum damaligen Pastor Mertens gesagt haben. Ja, die Schlichtheit der Kirche veranschaulichen alte Aufnahmen, die Sie sich am Jubiläumstag in einer Ausstellung noch einmal ansehen können. Im Laufe der Jahre hat sich das Kircheninnere durch die Anschaffung einer Reihe von bemerkenswerten sakralen Kunstwerken zwar verändert, der Grundcharakter der Schlichtheit ist aber bewahrt beblieben.

Die wesentlichen Veränderungen betreffen den Umbau des Altarraums, die neue Orgel, den Ambo und den Tabernakel, die schönen Kirchenfenster sowie in den letzten Jahren die neue Innenbeleuchtung. Zahlreiche bedeutende Künstler u.a. Elmar Hillebrand (Osterleuchter, Taufbrunnendeckel, großes Hängekreuz), Theo Heiermann (Ambo, Tabernakel, Hochzeit-zu-Kana-Brunnen), Egino Weinert (Kreuzweg), Heinz Wilbrand und Prof. Erich Heyne (Orgel- u. Orgelprospekt) sowie Hubert Spierling (großes Kirchenfenster u. Rundbogenfenster) waren daran beteiligt. In allen Fragen zu unserer Kirche stand uns in vielen Jahren der Architekt Prof. Otto Lüfkens beratend zur Seite, der auch seinerzeit die örtliche Bauleitung innehatte.

Unser langjähriger Pastor Norbert Rutten hat in seinem kleinen Kirchenführer (St. Bonifatius Krefeld Stahldorf, Verlag Schnell & Steiner GmbH, ISBN 978-3-7854-6338-0) die geschichtliche Entwicklung, die Überlegungen zum Bau der neuen Kirche sowie die zwischenzeitlich angeschafften Kunstwerke ausführlich erläutert.

Ein Besuch unserer Kirche lohnt sich immer, auch zu einem kurzen persönlichen Gebet und zum gemeinsamen Gottesdienst. Dazu sind Sie immer herzlich eingeladen!

 
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